Willkommen!

Herzlich Willkommen
bei der
Deutsch-Griechischen Gesellschaft Weimar e.V.

 

NÄCHSTE VERANSTALTUNG :

Sprache, Musik und Religion der Pontier - Feldforschungen aus der Türkei und Griechenland. Mit Prof. Dr. Dr. h.c. Thede Kahl und Andreea Pascaru (Friedrich Schiller-Universität Jena)

Donnerstag, 18. Januar 2018, 19.00 Uhr, Gewölbekeller der Stadtbücherei Weimar, Steubenstrasse 1 - Eintritt frei, Spende erwünscht

Zusammenfassung

Seit der Antike existieren entlang der Küsten des Schwarzen Meeres griechische Kolonien. Mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches konnte sich im Siedlungsraum der sogenannten pontischen Griechen das Kaiserreich Trapezunt (1204-1461) etablieren und ausbreiten, das jedoch auch wenig später dem Osmanischen Reich einverleibt wurde. Mit der „Kleinasiatischen Katastrophe“, dem griechischen Verlust des türkisch-griechischen Krieges endete 1922 die Siedlungsgeschichte der christlichen Pontos-Griechen (griech. πόντιοι) am Schwarzen Meer. Seit ihrer Vertreibung leben sie überwiegend in Nordgriechenland, wo sie sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum angesiedelt wurden und wo ihre Anwesenheit mit dem Vertrag von Lausanne (Juli 1923) nachträglich rechtlich geregelt wurde. Auch wenn die meisten Vertreter der jungen Generationen nicht mehr nach beiden Elternteilen pontos-griechischer Herkunft sind, verstehen sie sich weiterhin als Pontos-Griechen und pflegen ihre spezifische Kultur, vor allem ihre Musik und Tänze. Zu den Pontos-Griechen Griechenlands gesellten sich nach 1990 auf der Suche nach einem besseren wirtschaftlichen Schicksal zahlreiche Griechen von der nördlichen Schwarzmeerküste aus der Ukraine und Russland, die daher auch als Russland-Griechen (griech. ρωσσοπόντιοι) bekannt sind. Die Sprache, das pontische Griechisch (griech. ποντιακά, türk. romeyka), wird jedoch auch in der heutigen Türkei weiterhin gesprochen, da der Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei auf religiösen Kriterien beruhte und die griechischsprachigen Muslime in der Türkei verbleiben durften. Diese sehr komplexe Situation haben Thede KAHL und Andreea PASCARU auf mehreren Feldforschungsreisen nach Griechenland, Russland und in die Türkei untersucht. Sie stellen uns ihre Ergebnisse in ihrem Multimedia-Vortrag vor. Thematisch geht es sowohl um Identitätsfragen (Was macht heute einen Pontier aus und welche Rolle spielt die Konfession?) als auch um Fragen der Situation von Sprache und Musik.